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Wieder Weltklasse in Göppingen

Annerose Fischer-Bucher / 24.09.2018



© Foto: Staufenpress

Saisoneröffnung der Meisterkonzerte: Der Göppinger Kulturkreis feiert 70. Geburtstag und stellt neues Programm vor.

„Unser Weg ist die Qualität und wir feiern mit Freunden, zu denen die Künstler, Partner, Sponsoren, der Klavierstimmer und Sie gehören“, sagte Gerald Buß, Vorsitzender des Göppinger Kulturkreises, am Samstag in der Göppinger Stadthalle. Viele Mitglieder und Freunde waren zur Saisoneröffnung 2018/19 mit der Vorstellung der Programme für die zehn Meisterkonzerte und zum 70. Geburtstag des Kulturkreises gekommen.

Der ehrenamtliche Vorstand (Gerald Buß, Wolfram Hosch, Michael Wirkner, Ulrike Albrecht, Ilse Schaal, Volker Rendler-Bernhardt, Rainer Hasert) stellte nach einem kurzen Filmeinspieler mit Schlaglichtern aus den vergangenen siebzig Jahren die Künstler und das jeweilige Programm für die nächste Saison pfiffig-unterhaltsam vor, so dass der Satz von Buß, „Wir sind ein netter Verein“, keineswegs Makulatur blieb.

Damit jedoch die Musik nicht zu kurz kam, hatten die Macher die langjährigen Freunde, das Klavierduo Andreas Grau/Götz Schumacher, eingeladen, das zum Geburtstag gleich noch ein Konzert spielte und auch das letzte Meisterkonzert bestreiten wird. Im Foyer sorgte für die Einstimmung zum Feiern und zum lockeren Ausklingen das Ensemble Jazzico der Göppinger Jugendmusikschule.

Wie man lernen kann, den komplizierten Namen von Künstlern auszusprechen und das Aha der Zuhörer auf seiner Seite hat, dafür sorgte zu Beginn Michael Wirkner mit der Ankündigung des Klavierduos der Schwestern Khatia und Gvantsa Buniatishvili mit dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt. Künstler wie der tiefgründig musizierende Geiger Linus Roth, der 2007 wegen des Sturms Kyrill nicht anreisen konnte, und Rudolf Buchbinder aus dem Olymp der Klavierinterpreten, um den sich alle Welt reiße, den aber der Kulturkreis als alten Freund habe, folgten in der Ankündigung.

Das Calmus Ensemble, ehemalige Thomaner, die 2003 zuerst in Göppingen gewesen und inzwischen gereift seien – das junge, gerade durchstartende und von der Fachpresse gefeierte Aris-Streichquartett – die Klarinettistin Sharon Kam und das Rheinische Staatsorchester mit einem „American way of music“, dessen Gründung 1650 mit dem Göppinger Maientag zusammenfällt – der smarte französische Cello-Star Gautier Capuçon – Niels Mönkemeyer, der seine Bratsche interessant mache und mit seelenverwandten Freunden musiziert – die Geigerin Liza Ferschtman, die bei Wolfram Hosch eine platonische Liebe ausgelöst habe: Auf dieses Who is Who der internationalen Klassikszene darf der Kulturkreis zu Recht stolz sein, denn er wird Musikfreunden in der neuen Saison wieder einen unschätzbaren Reichtum an Musik bieten.

Diesen bot ebenfalls das Klavierduo Grau/Schumacher, indem sie in Mozarts Ouvertüre zur „Zauberflöte“ in der Bearbeitung von Busoni das Fugenthema in seiner Verarbeitung durchsichtig-zart an die Oberfläche holten und dennoch kraftvoll nach vorne drängten. Ein blind sich verstehendes Zusammenspiel erlaubte den beiden Pianisten zudem, Introduction et Rondo a-Moll, opus 28, von Saint-Saëns in der Bearbeitung von Debussy, virtuos und dennoch musikalisch tiefgründig zu präsentieren.

Wer gedacht hatte, diese Virtuosität sei nicht mehr zu toppen, wurde durch die Raffinesse und extreme Impulsivität der Bearbeitung des impressionistischen Klangkünstlers Ravel von zwei Stücken aus Debussys „Trois Nocturnes“ überrascht. Grau und Schumacher setzten einen meisterhaften Abschluss eines außergewöhnlichen Abends, an dessen Ende die Künstler, der Vorstand sowie auch der langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende des Kulturkreises, Ermbrecht Frentzel-Beyme, mit viel Beifall bedacht wurden.

Quelle: Wieder Weltklasse in Göppingen


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