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Meisterkonzert: Beseelt vorgetragene Musik

Mit Hyeyoon Park (Violine) und Florian Uhlig (Klavier) erlebte man im fünften Meisterkonzert zwei junge Künstler, die auf dem Weg nach ganz oben sind. Das stellten sie am Donnerstag in der Stadthalle unter Beweis.

Ulrich Kernen / 16.01.2016



Foto: Staufenpress

Vorweg muss gesagt werden: Der Erfolg des Abends ist vor allem den Dresdner Kammersolisten, seiner vorzüglichen Konzertmeisterin Susanne Branny und dem Dirigenten Helmut Branny zu verdanken. Immerhin durfte man dreimal Orchester und Trompete hören.

Mit Hyeyoon Park (Violine) und Florian Uhlig (Klavier) erlebte man im fünften Meisterkonzert zwei junge Künstler, die auf dem Weg nach ganz oben sind. Das stellten sie am Donnerstag in der Stadthalle unter Beweis.

Die an zweiter Stelle platzierte Violinsonate von Francis Poulenc war auf ganz andere, nicht weniger eindrückliche Weise heiter. Schon beim ersten Ausholen der Bogenhand entfachte Hyeyoon Park ein Feuer, das aber nicht zum Flächenbrand ausartete - beseelt musizierte Zwischenteile boten einen noblen Kontrast dazu. Im "Intermezzo" schlug das Duo das Publikum in seinen Bann: Da wäre störendes Husten ein Vergehen gewesen! Die einzigartige Raffinesse dieser französischen Musik erinnert an feine Pariser Wäsche und die Eleganz der Salons in den 1920er Jahren. Aber Poulenc ist nicht nur der schillernde, witzige Komponist. Am Ende des Werks wurde man daran erinnert, dass es im Gedenken an die Ermordung des spanischen Dichters Federico Garcia Lorca geschrieben wurde. Der Clown Poulenc nimmt die Maske ab: Bitterer Schmerz über den Tod des Freundes entlud sich in den tiefsten Tönen des Klaviers.

Die Kombination von Erich Wolfgang Korngolds Suite zum Schauspiel "Viel Lärm um nichts" und der Sonate Nr.3 d-moll opus 108 von Johannes Brahms im zweiten Teil war noch gewagter. Wenn man die Reihenfolge umgedreht hätte, wäre noch drastischer klar geworden, dass das Werk von Korngold ein musikalisches Leichtgewicht ist. Wenn es aber von solchen Könnern gespielt wird, ist sie weder banal noch seicht. Sie machen sie federleicht! Die Cremonenser Violine singt im ersten Bild in unnachahmlicher Süße, in der Gartenszene flöten einige Vöglein; kapriziös und neckisch verspielt kommen die beiden anderen Bilder daher. Violine und Piano verwandeln das alles in sehr achtbare Heiterkeit der frühen 1920er Jahre in Wien.

Und dann: die Brahms-Sonate, ein musikalisches Bergmassiv! Da wogten mächtigere Emotionen: Dieses in sinfonische Dimensionen geweitete Werk nahm im Konzert einen eigenen Raum ein. Trotz allem Ringen zwischen den beiden Instrumenten überzeugte der edle Geigenklang vor allem im Adagio und im schwerelosen "Presto e con sentimento". So zog sich durch alle Werke auf unterschiedliche Weise heitere Leichtigkeit. Eine schlichte romantische Weise - vom Pianisten vom Tablet (!) abgelesen - rundete den großen Konzertabend ab.

Quelle: Meisterkonzert: Beseelt vorgetragene Musik | Südwest Presse Online


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